Produkte-Neuigkeiten
MET Version 16
MET für Windows ist vollständig auf 64 Bit umgestellt – die grösste technische Überarbeitung seit der Einführung von MET für Windows. Nach aussen bleibt alles vertraut: dieselben Masken, dieselben Dateien, dieselben Resultate.
NEU: MET für Windows als 64-Bit-Anwendung
MET für Windows wurde vollständig auf die 64-Bit-Architektur (x64) portiert. Für Sie als Anwender ergeben sich daraus folgende Vorteile:
- Kein Speicherlimit mehr: Eine 32-Bit-Anwendung kann höchstens 4 GB Arbeitsspeicher nutzen, in der Praxis meist nur 2 GB. MET 16 kann den gesamten Arbeitsspeicher des Rechners verwenden.
- Mehr Leistung: Moderne Prozessoren arbeiten im 64-Bit-Modus mit erweiterten Registern und Befehlssätzen. Die Berechnung der Ausbreitungsmodelle und der Kartenaufbau profitieren davon.
- Native Systemkomponenten: MET 16 verwendet die 64-Bit-Versionen der Windows-Komponenten (ODBC-Treiber, Drucker- und PDF-Schnittstellen). Umwege über 32-Bit-Kompatibilitätsschichten entfallen, was die Stabilität erhöht.
- Zukunftssicher: Die aktuellen und neuen Windows-Versionen sind reine 64-Bit-Systeme.
NEU: Wetterstationen auf der Karte
Das Kartenmodul zeigt die Wetterdaten neu direkt auf der OpenStreetMap-Karte an. Sie sehen damit auf einen Blick, welche Wetterlage rund um die Schadenstelle herrscht, ohne einen Dialog öffnen zu müssen.
NEU: Substanz- und Objektdatenbank im SQLite-Format
Die Substanzdatenbank sowie die Objektdatenbanken der Karten werden neu im SQLite-Format (Dateiendung „.db“) gespeichert und ersetzen die bisherigen Microsoft-Access-Dateien („.mdb“). Der Vorteil: Es werden keine Access-Datenbanktreiber mehr benötigt; die Datenbank läuft vollständig innerhalb von MET, auch ab USB-Stick.
UPDATE: Benutzeroberfläche
- Scharfe Symbole: Die Symbole in den Menübändern liegen neu als auflösungsunabhängige Vektorgrafiken (SVG) vor. Sie werden für jede Bildschirmauflösung und jede Windows-Skalierung in der passenden Grösse neu berechnet statt wie bisher aus festen Pixelbildern vergrössert.
- Design: Im neuen Dialog „Design auswählen“ unter Stil rechts oben werden Design, Farbe und Akzentfarbe gewählt – inklusive dunkler Darstellungen (Office 2016 Black und Dark Gray).
- Dialoge immer sichtbar: Dialoge, die bisher ausserhalb des sichtbaren Bereichs geöffnet wurden (z. B. nach dem Wechsel der Monitor-Konfiguration), werden automatisch auf dem nächstgelegenen Bildschirm zentriert.
UPDATE: Substanzdatenbank und OpenStreetMap-Karte
- Die Substanzdatenbank wurde mit den MEMPLEX-Daten aktualisiert.
- Die Gefahrgut-Tabelle wurde auf den Stand des ADR 2025 aktualisiert.
- Die Gefahrengruppen für die Prüfung der Inkompatibilitäten wurden mit der aktuellen Strukturerkennung neu klassifiziert.
- Die neueste Version der OpenStreetMap-Karten wurde übernommen und konvertiert. Beim Arbeiten mit einer OpenStreetMap-Karte zeigt MET neu laufend die Höhe über Meer an der aktuellen Mausposition an.
Hinter den Kulissen: Warum die Portierung auf 64 Bit so aufwendig war
Für Sie als Anwender sieht MET 16 auf den ersten Blick fast aus wie MET 15: dieselben Masken, dieselben Dateien, dieselben Resultate. Dahinter steckt jedoch die grösste technische Überarbeitung seit der Einführung von MET für Windows. Ein Programm lässt sich nicht einfach „für 64 Bit neu übersetzen“ – bei einer gewachsenen Anwendung wie MET muss jedes Programmmodul angefasst werden. Die wichtigsten Gründe möchten wir Ihnen hier erläutern.
Die Ausgangslage in Zahlen
- Rund 800’000 Zeilen C++-Programmcode in 29 Projekten; über 200 Dialoge und rund 5’000 Oberflächenelemente.
- Einzelne Programmteile umfassen über 60’000 Zeilen.
- Die ältesten Teile des Codes stammen aus den späten 1980er- und 1990er-Jahren – aus der Zeit von Windows 95 und Windows NT. Sie wurden seither ununterbrochen weiterentwickelt.
Warum eine 64-Bit-Portierung so heikel ist
- Speicheradressen werden doppelt so gross. Unter 32 Bit war eine Adresse so gross wie eine gewöhnliche Zahl, und über drei Jahrzehnte wurde das an vielen Stellen stillschweigend ausgenutzt. Unter 64 Bit wird jede dieser Stellen zu einem versteckten Fehler, der nicht beim Übersetzen, sondern erst im Betrieb auftritt. Im MET-Code mussten dafür rund 1’000 einzelne Typumwandlungen geprüft und korrigiert werden.
- Dateiformate müssen gleichbleiben. Szenarien, Karten und Stationslisten werden binär gespeichert. Die Anordnung der Daten im Speicher darf sich durch die Portierung nicht ändern, sonst liessen sich Ihre bestehenden Dateien nicht mehr öffnen. Jede dieser Strukturen wurde deshalb einzeln abgesichert.
- Rund 20 lizenzierte Komponenten. Bedienoberfläche, Kartendarstellung, Bildverarbeitung, Diagramme, Koordinatentransformation, PDF, Verschlüsselung und Internetzugriff, Volltextsuche, Chemie-Strukturerkennung und weitere Bibliotheken mussten je in einer 64-Bit-Ausgabe beschafft, lizenziert, aktualisiert oder selbst neu gebaut werden. Einige Komponenten gibt es für 64 Bit gar nicht mehr und wurden ersetzt; andere nur noch in neuen Hauptversionen mit geändertem Verhalten, das wiederum Anpassungen in MET nach sich zog.
- 64-Bit-Datenbanktreiber für Microsoft Access. Die Substanz- und Objektdatenbanken von MET basierten seit jeher auf Microsoft Access. Die 32-Bit-Treiber von Access sind in jeder Windows-Version automatisch enthalten. Das gilt nicht mehr für die 64-Bit-Treiber, d. h. diese müssen vorgängig über ein Setup-Programm installiert werden. Die gesamte Datenbankschicht wurde deshalb auf SQLite neu entwickelt – inklusive der Übernahme aller Substanzdaten, der Werkzeuge für die Datenbankpflege und einer neuen Lösung für den Mehrbenutzerbetrieb im Netzwerk.
Fazit
Insgesamt wurden rund 400 Quelldateien geändert, 60 neu geschrieben und über 60’000 Zeilen Code angepasst. Nach aussen bleibt alles vertraut – dieselben Masken, dieselben Dateien, dieselben Zahlen. Im Inneren steht MET 16 auf einem Fundament, das die Weiterentwicklung für die nächsten Jahre sichert.
Hinweis zur Installation
MET 16 setzt Windows 10 oder Windows 11 (je 64-Bit) voraus. Eine Update-Installation von einer älteren MET-Version ist nicht möglich: Mit dem Wechsel von 32 Bit auf 64 Bit hat sich die gesamte Laufzeitumgebung geändert. Führen Sie deshalb eine Neu-Installation durch. Einzelne Daten wie Ihre Meteostationen können Sie dennoch übernehmen.
Weitergehende Informationen:
zu den einzelnen MET-Modulen, den Preisen, Änderungen seit MET Version 4.0 finden Sie hier
