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In den letzten Jahren sind etliche Unfälle aufgetreten mit der Freisetzung von Schwefelwasserstoffgas. Dies gerade auch in Betrieben, die nicht der chemischen Industrie zugeordnet werden.



Schwefelwasserstoff mit einem Siedepunkt von - 61 °C ist bei üblichen Umgebungstemperaturen gasförmig.  Dieser Stoff hat einen Toxizitätswert AEGL-2 (10 min) von 41 ppm. Zum Vergleich: Chlor 2.8 ppm, Blausäuregas 17 ppm, Ammoniak 220 ppm.

 

Schon kleine Konzentrationen führen zu Schwindel, schwankendem Gang und Atemnot. Wie Blausäuregas reagiert das Schwefelwasserstoffgas innert Sekunden mit dem Hämoglobin im Blut. Die Einschränkung der Fluchtmöglichkeit führt dazu, dass bei Freisetzungen von Schwefelwasserstoff häufig Todesopfer zu beklagen sind.

 

Unsere Frage, die vom 2. November 2006 bis 10. Januar 2007 aufgeschaltet war, hiess:

 

Bei welcher der folgenden Anlagen erwarten sie am wenigsten das Auftreten von Schwefelwasserstoffgas?

 

Die möglichen Antworten waren:

a) weiss nicht

b) Galvanischer Betrieb

c) Biogasanlage

d) Ledergerberei

e) Kläranlage 

 

Keine Antwort wussten 10%. Die Aufschlüsselung der Antworten, die entweder b), c), d) oder e) wählten ergibt folgende Aufteilung in Prozenten:

 





Auswertung

Schwefelwasserstoffgas kann nur dort entstehen wo auch Schwefelverbindungen vorhanden sind. Wir können die möglichen Antworten b) bis e) überprüfen ob in der entsprechenden Anlage Schwefelverbindungen üblich sind:

 

b) Bei einem Galvanischen Betrieb werden in der Regel keine Schwefelverbindungen verwendet.

 

c) In einer Biogasanlage tritt zum Beispiel die schwefelhaltige Aminosäure Cystein auf, die sowohl bei pflanzlichen wie auch tierischen Abfällen vorkommt. Es ist auch ein Unfall in einer Biogas-Anlage mit Freisetzung von Schwefelwasserstoff bekannt. In einer Anlage bei Rhadereistedt, Deutschland sind im Jahr 2005 4 Toten zu beklagen gewesen [Will, 2005]. Selbst bei normalen Betrieb können gefährliche Schwefelwasserstoffgas-Konzentrationen auftreten. Bei einer Messung von verschiedenen Biogasanlagen wurden Konzentrationen von 10 - 220 ppm gemessen [Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, 2006]. Zum Vergleich der Toxitzitätswert von Schwefelwasserstoff AEGL-2 (10 min) ist 41 ppm.

 

d) Der meist-verbreitete Prozess in der Ledergerberei verwendet Sulfidverbindungen. Ein aktueller Unfall ist die Schwefelwasserstoffgas-Freisetzung im Jahr 2006 in Wollsdorf (siehe hier unseren Bericht).

 

e) In Kläranlagen sind die schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin zu finden. Auch ein Unfall mit Schwefelwasserstoffgas in einer Kläranlage einer Papierfabrik ist bekannt [Archives of Toxicology, 1935].

 

Die korrekte Antwort ist deshalb Antwort b) Galvanischen Betrieb, die von 73% der Antwortenden richtig gewählt wurde.

 


Literatur



Letzte Änderung:  10.01.2007 - 17:48

NEWS

21.04.2008 15:24

Freisetzung von Schwefeldioxid

in einer Chemieanlage in Duisburg [mehr]


13.06.2007 19:01

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Programm
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für PDAs

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05.06.2007 18:42

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29.10.2006 11:07

Freisetzung von Schwefel- wasserstoff

in einer Gerberei in Oesterreich [mehr]


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German to English translation by Anke Hagen