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Am Beispiel von Epichlorhydrin soll gezeigt werden wie mit dem Global Harmonized System eine Substanz klassifiziert wird.

Uebrigens finden Sie einen einleitenden Artikel über das Global harmonisiertes System zur Kennzeichnung von gefährlichen Chemikalien von Prof. Bützer auf unserer Homepage hier.

Die Zuordnungen können Sie mit der GHS-Dokumentation im Detail nachvollziehen. Die GHS-Dokumentation (noch in Englischer Sprache) finden Sie hier.

Identifikation der Substanz

1.1

EINECS Name 

1-Chlor-2,3-epoxypropane

CAS 9009-12-5

EINECS 203-439-8

1.2

Synonyme

Epichlorhydrin, 1-Chloro-2,3-epoxypropane, gamma-Chlorpropylenoxid, 2-Chlormethyloxiran

InChI=1/C3H5ClO/c4-1-3-2-5-3/h3H,1-2H2/t3-/m0/s1

SMILES: ClCC1CO1

1.3

Summenformel

C3H5ClO

1.4

Strukturformel

1.5

Reinheit (w/w)

1.6

Wesentliche Verunreinigungen oder Additive

1.7

Verwendungszweck

 

 

Herstellung von Epoxidharzen, Tensiden, Insektiziden, Zwischenprodukt bei organischen Synthesen

Physikalisch-chemische Eigenschaften

2.1

Aggregatszustand

Flüssig

2.2

Molekulargewicht (g/mol)

92.5

2.3

Schmelzpunkt (oC)

-57.2

2.4

Siedepunkt (oC)

116.5

2.5

 Zersetzungstemperatur (oC)

2.6

Dampfdruck (Pa)

2.7

Relative Dichte

1.2

2.8

Dampfdichte (Luft=1)

3.3

2.9

Fettlöslichkeit (mg/kg)

2.10

Wasserlöslichkeit (g/kg)

60

2.11

Oktanol/Wasser-

Verteilungskoeffizient log POW

0.26

2.12

Explosionsgrenzen

Flammpunkt (oC)

Zündtemperatur (oC)

2.3-34.4 Vol% in Luft

35

385 

2.13

Explosionsfähigkeit

2.14

Oxidationseigenschaften

2.15

Andere Eigenschaften

 

Ist optisch aktiv

Feuergefährliche Flüssigkeiten (2.6)

Epichlorhydrin ist eine brennbare Flüssigkeit. Der Flammpunkt von Epichlorhydrin liegt mit 34oC zwischen >23oC und 60oC und gehört der Gefahrenkategorie 3 an und erhält

 

Symbol:

 

 

Signalwort: Warnung

Gefahrenangabe: Entzündliche Flüssigkeit und Dampf

 

Akute Toxizität (3.1)

Oral

Aufnahmeweg

Spezies

LD50(mg/kg)

Oral

Ratte

90

Oral

Maus

194

 

Die angegebenen LD50-Toxizitäten von 90-194 mg/kg liegen im Bereich >50 mg/kg und <300 mg/kg. Epichlorhydrin gehört folglich der Kategorie 3 an und erhält:

 

Symbol:

 

Signalwort: Gefahr

Gefahrenangabe: Giftig beim  Verschlucken

 

Dermal

Aufnahmeweg

Spezies

LD50(mg/kg)

Dermal

Kaninchen

300 - 1038

Dermal

Maus

250

 

Die angegebenen LD50-Toxizitäten über die Haut von 250-1038 mg/kg liegen im Bereich >200 mg/kg und <1000 mg/kg. Die Zuordnung von Epichlorhydrin zur Kategorie 3 ist gerechtfertigt:

 

Symbol:

 

 

Signalwort: Gefahr

Gefahrenangabe: Giftig bei Berührung mit der Haut

 

Inhalation

Aufnahmeweg

Spezies

LC50(ppm)

Inhalation

Ratte

360 ppm in 6h, 500 ppm in 4h, 780 ppm in 2h

 

Die angegebenen LC50-Toxizitäten von 360-720 ppm liegen im Bereich >100 ppm und <500 ppm. Epichlorhydrin gehört folglich der Kategorie 2 an und erhält:

 

Symbol:

 

Signalwort: Gefahr

Gefahrenangabe: Tödlich beim Einatmen

 

Hautschädigungen und Irritationen (3.2)

Es existieren keine eindeutige Befunde für irreversible Haut-Schädigungen. Epichlorhydrin kann aber Dermatitis [Toxnet, 2006] verursachen.  Der Stoff wird deshalb der Kategorie 2 zugeordnet. 

 

Symbol:

 

  

Signalwort: Warnung

Gefahrenangabe: Bewirkt Hautreizungen

 

Ernsthafte Augenschädigungen oder Irritationen (3.3)

Ein Tropfen erzeugt bei Kaninchen milde und reversible Augenverletzungen [Toxnet, 2006]. Epichlorhydrin kann der Kategorie 2A zugeordnet werden und erhält:

 

Symbol:

 

 

Signalwort: Warnung

Gefahrenangabe: Kann die Augen reizen

 

Keimzellmutagenität (3.5)

Eine Keimzellen-Mutagenität ist aufgrund von den vielen positiven Mutagenitäten bei verschiedenen menschlichen Zellen als wahrscheinlich zu betrachten [Toxnet, 2006].  Der Stoff wird der Kategorie 1 zugeordnet. 

 

Symbol:

 

  

Signalwort: Gefahr

Gefahrenangabe: Kann genetische Defekte erzeugen

 

Karzinogenität (3.6)

Epichlorhydrin gilt als im Tierversuch als eindeutig karzinogen. Für eine Beurteilung beim Menschen sind die Daten ungenügend  [Toxnet, 2006].  Der Stoff wird aufgrund der eindeutigen Karzinogenität im Tierversuch der Kategorie 1 zugeordnet. 

 

Symbol:

 

  

Signalwort: Gefahr

Gefahrenangabe: Kann Krebs erzeugen

 

Organsspezifische Toxizität nach mehrmaliger Exposition (3.9)

Epichlorhydrin schädigt bei chronischer Exposition die Organe Niere, Leber, Lunge [Toxnet, 2006] . Der Stoff wird der Kategorie 1 zugeordnet.

Symbol:

Signalwort: Gefahr

Gefahrenangabe: Schädigt Leber, Lunge und Niere bei längerer oder chronischer Exposition

 

Fischtoxizität

Spiezes

Toxizität

Fisch (Cyprinodon variegatus)

LC50 11.8 mg/l (96h)

Fisch (Pimephales promelas)

LC50 10.6 mg/l (96h)

 

Die angegebenen LC50-Toxizitäten liegen im Bereich >10 mg/l und <100 mg/l. Die akute Fischtoxizität gehört der  toxischen Kategorie: Akut 3 an und erhält:

 

Symbol: kein

Signalworte: kein

Gefahrenangabe: Schädlich für Wasserorganismen

 

 

Krebstieretoxizität

Spiezes

Toxizität

Crustacea (Daphnia magna)

LC50 24 mg/l (48h)

Crustacea (Daphnia magna)

LC50 33 mg/l (24h)

 

Die angegebenen LC50-Toxizität (48h) liegen im Bereich >10 mg/l und <100 mg/l. Die akute Krebstiertoxizität gehört der toxischen Kategorie: Akut 3 an und erhält:

 

Symbol: kein

Signalworte: kein

Gefahrenangabe: Schädlich für Wasserorganismen

 

 

Algentoxizität

Spiezes

Toxizität

Algen (Microcystis aeruginoza)

EC0 6 mg/l (8 d)

Algen (Scenedesmus quadricauda)

EC0 5.4 mg/l (7 d)

 

Die angegebenen LC50-Toxizitäten liegen im Bereich >1 mg/l und <10 mg/l. Die akute Algentoxizität gehört der toxischen Kategorie: Akut 2 an und erhält:

 

Symbol: kein

Signalworte: kein

Gefahrenangabe: Toxisch für Wasserorganismen

 

 

Abbaubarkeit und Bioakkumulation

Abbaubarkeit

Bioakkumulation

Epichlorhydrin hat eine Halbwertszeit von 8.2 Tagen in  destilliertem Wasser.  In einer 3% Natriumchlorid-Lösung 5.3 Tage.

BCF (bioconcentration factor)  = 3, log KOW= 0.45

 

Die Bioakkumulation ist mit BCF = 3 kleiner als BCF 500. 70% von Epichlorhydrin wird in weniger als 28h angebaut. Die Substanz darf als schnellabbaubar bezeichnet werden:

 

Gefahrenangabe: Nicht chronisch aquatisch toxisch
 

 

 

Die Symbole: “entzündlich”, “giftig”, “gesundheitsgefährdend” und “Ausrufezeichen”, treffen zu. Es bleiben folgende Symbole in der Reihenfolge:  

 

 

Symbol: Entzündlich, Giftig, Gesundheitsgefährdend, Ausrufezeichen

Signalwort: Gefahr 

 

Kennzeichnung nach GHS


Gefahr



 

  • Entzündliche Flüssigkeit und Dampf
  • Giftig beim Verschlucken
  • Giftig bei Berührung mit der Haut
  • Tödlich beim Einatmen
  • Kann die Augen reizen
  • Bewirkt Hautreizungen
  • Kann genetische Defekte erzeugen
  • Kann Krebs erzeugen    
  • Schädigt Leber, Lunge und Niere bei längerer oder chronischer Exposition
  • Toxisch für Wasserorganismen

 

Vorsorgehinweise:

  • Exposition vermeiden - vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen
  • Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen

Literatur

Highlights

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