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In einem schwedischen Chemiebetrieb sind am 4. Februar 2005, 0450h Ortszeit rund 11'000 Tonnen Schwefelsäure ausgelaufen. Das Werk liegt ca. 1 km von der südschwedischen Stadt Helsingborg (120'000 Einwohner) entfernt.

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Austritt

Als Ursache für das Unglück gab die Unternehmensleitung eine geborstene Kühlwasserleitung an. Ein Tank mit rund 20'000 Tonnen Schwefelsäure schlug Leck. Rund 11'000 Tonnen sind auf das ca. 2 km2 grosse Werksgelände ausgelaufen. "In greifbaren Zahlen ausgedrückt war das so viel (Schwefelsäure) wie die Ladung von 300 Lastwagen", sagte ein Sprecher des finnischen Unternehmens Kemira, auf dessen Gelände sich das Unglück ereignete. Ein Teil der Schwefelsäure sei aus den Containern direkt ins Meer gelaufen, das Wasser sei heiss geworden und eine giftige Dampfwolke entstanden, sagte der Sprecher.

 

Einwohner durften Häuser nicht verlassen

Die Behörden hatten unmittelbar nach Bekanntwerden des Lecks alle Bürger der Stadt über Radio und Fernsehen aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Trotz der eine Stunde später verbreiteten Entwarnung blieben die Schulen in Helsingborg am Freitag geschlossen. Gemäss Berichten wurden 13 Personen davon 6 Werksarbeiter mit tränenden Augen und Atmungsschwierigkeiten ins Helsinborg Spital Lasarett verbracht. Bis 11 Uhr konnten alle wieder entlassen werden. 

Folgen aber noch nicht abzusehen

Die betroffene Firma arbeitet nach den Standards ISO 9001 und ISO 14001. Alle Betriebe sind zertifiziert, Arbeitsschutz, Umwelt und Sicherheit werden laufend verbessert.

Ein Sprecher der staatlichen Chemie-Aufsicht sagte im Radio, Verätzungen durch das freigewordene Gas hätten unter ungünstigen Bedingungen für Menschen tödlich sein können. Die Folgen für Pflanzen und Tiere in den von der Gaswolke betroffenen Gebieten seien noch nicht abzusehen

Schwefelsäure

Die reine Schwefelsäure ist eine klare, farb- und geruchslose, stark hygroskopische Flüssigkeit mit einem Siedepunkt von ca 310 Grad Celsius (Zersetzung). Bei der Mischung von konzentrierter Säure und Wasser tritt eine beträchtlichen Wärmeentwicklung auf. Darum wird im Labor konzentrierte Säure nur durch langsames Eingiessen in Wasser und unter Rühren verdünnt. Schwefelsäure ist in jedem Verhältnis mit Wasser mischbar und hat als verdünnte Säure einen Siedepunkt von ca. 110 Grad Celsius. Dies ist auch der Grund wieso eine Dampf/Schwefelsäure-Wolke entstand.

Gefahrenabschätzung

Auf Grund des hohen Siedepunktes von konzentrierter Schwefelsäure, geht keine akut toxisch Gefährdung ohne Kontakt oder Verschlucken der Flüssigkeit bei Umgebungstemperatur aus. Dies liegt daran, dass die Verdampfungsrate von konzentrierter Schwefelsäure sehr klein ist. Selbst eine Masse von 11'000 Tonnen konzentrierter Schwefelsäure ergibt keine nennenswert toxisch akut gefährliche Gaskonzentration.

Beim Zusammentreffen von Wasser mit konzentrierter Schwefelsäure kann die Gefahr jedoch erheblich sein. Dies liegt daran, dass das Wasser/Schwefelsäure-Gemisch durch die Reaktionswärme sich stark erhitzt. Die Entstehung und Grösse einer Gaswolke hängt wesentlich davon ab welche Mengen Säure und Wasser in welcher Zeit zusammentreffen.   

Für die Gefahrenabschätzung rechnen wir mit einer Lachenverdampfung, wobei wir annehmen, dass das Wasser/Säuregemisch eine Temperatur von 70 Grad Celsius aufwies. Die Lache habe eine Fläche von 100m^2. Die Freisetzungszeit betrage 30 min. Mit diesen Angabe und den Wetterangaben erhalten wir Gefährdungsdistanzen von 2.1 km im Freien und 1.5 km für Personen im Schutz eines Hauses.

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