Ressourcen » Umfragen-Archive » Kohlendioxid im Weinkeller

Die 6. Umfrage war vom 16. Januar 2006 bis 6. März aufgeschaltet und drehte sich um Unfälle in Weinkellern mit Kohlendioxid:

"Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen mit Kohlendioxid aus Gärungsprozessen in Weinkellern, Futtersilos oder Jauchegruben. Dies obwohl Kohlendioxid nur einen Toxizitätswert von ca. 30'000 ppm aufweist (TEEL-2). Im Vergleich dazu hat z.B. Essigsäure einen Toxizitätswert von 35 ppm. Ein wesentlicher Grund ist, dass Kohlendioxid mit dem Geruch erst bei gefährlichen Konzentrationen von >74'000 ppm wahrgenommen wird (Geruchsgrenze von Essigsäure 0.07 ppm).

Fazit: Die Gefährlichkeit von Gasen hängt wesentlich von der Möglichkeit ab, ob diese mit der Nase auch wahrgenommen werden können bevor sie gefährliche Konzentrationen erreichen. Deshalb zeigt unser Gefahrstoffprogramm MET mit den Ampelfarben Rot, Gelb oder Grün an ob ein Gas mit der Nase sicher erkannt werden kann."

Unsere Frage war:

Welche der folgenden Aussagen gewährt das sichere Betreten eines Weinkellers?

Die möglichen Antworten waren:

a) weiss nicht

b) Der Hund, der am Kellerboden umherrennt

c) Die brennende Kerze in der Hand

d) Der Schimmelpilz an einem Eichenfass

Keine Antwort wussten 7%. Die Aufschlüsselung der Antworten, die entweder b), c), d) wählten ergibt folgende Aufteilung in Prozenten:

Toxizität beim Menschen

5 Vol% Kohlendioxid in der Atemluft führt zu Verwirrtheit, Kopfschmerzen und Unwohlsein. 8-10 Vol% führen zu schwerem Kopfweh, Schwitzen und Bewusstlosigkeit nach 5-10 Minuten [Thienes 1972].

Im Vergleich dazu Toxizitätswerte: ERPG-2: 0.5 Vol%, ERPG-3: 3.0 Vol%, IDLH: 4.0 Vol%.

Der Schimmelpilz an einem Eichenfass

Es gibt anaerobe Schimmelpilze, die wie der Name sagt kein Sauerstoff benötigen. Der Schimmelpilz ist also kein Gewähr für ein sicheres Betreten eines Kellers.

Die brennende Kerze in der Hand

Viele der Personen, die abgestimmt haben, wählten diese Antwort. Allerdings erlöscht eine Kerze erst bei 14 Vol% Kohlendioxid in der Luft. Eine Kerze ist folglich kein sicheres Mittel um die Gefährdung durch Kohlendioxid festzustellen.

Der Hund, der am Kellerboden umherrennt

Die Empfindlichkeit eines Hundes gegenüber Kohlendioxid darf als vergleichbar zum Menschen angesehen werden. Ein zusätzliches Argument ist der geringere Abstand der Nase des Hundes im Vergleich zum Menschen zur Bodenoberfläche. Weil Kohlendioxid schwere als Luft ist, wird sich dieses in Bodennähe ansammeln, der Hund ist also höheren Konzentrationen an Kohlendioxid ausgesetzt. Zusätzlich rennt der Hund. Die Atemrate ist durch die körperliche Bewegung erhöht. Eine gefährliche Kohlendioxid-Konzentration würde sich also früher beim Hund bemerkbar machen, als in Ruhe. Die richtige Lösung ist also: Der Hund, der am Kellerboden umherrennt

Interessantes Detail: Atemrate bei Kohlendioxid-Einfluss

2 Vol% Kohlendioxid führt bei Menschen zur einer erhöhten Atemrate um 50%. 5 Vol% erhöht die Atemrate um 100% und 7.2% um 200% [Thienes 1972]. Wenn Personen einer Brandgaswolke ausgesetzt sind wirken die enthaltenen toxischen Stoffe gefährlicher als ohne den Einfluss des Kohlendioxids. Der Grund liegt darin, dass die erhöhte Atemrate zu einer schnelleren Aufnahme eines toxischen Stoffes führt. Die aufgenommene Dosis ist grösser.

 

Literatur

Thienes C., Haley T.J., Clinical Toxicology. 5th ed. Philadelphia: Lea and Febiger (1972) 57

Highlights

29.12.2016 16:20

Auswertung Umfrage "Aktivierungs- energie"

finden Sie [hier]




21.12.2016 18:22

MET für Windows Version 6.5

Die wichtigsten Neuerungen [mehr]




11.10.2016 15:46

Die App zu MET: Eine Vorschau

[mehr]




01.07.2016 09:17

Openstreetmap

MET für Windows unterstützt die Verwendung von Openstreetmap-Karten [hier]



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