Ressourcen » Chemie-Unfaelle » Autogas (D)

Am 15. August 2014 fuhr in Rohlstorf ein gasbetriebener Ford Focus mit ca. 80 km/h gegen einen Baum. Das Auto geriet in Brand und die Flammen erhitzten den LPG-Gastank, der nach einiger Zeit explodierte. Bei diesem Unfall starb der 53-jährige Fahrer. Fünf Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr wurden bei der Explosion schwer verletzt, fünf weitere leicht [1][2].

Autogas gilt als Sicher

Gemäss Informationen des TüV Rheinland ist Fahren mit Gas sicher. Zitat: "Sollte bei einem Unfall die Gasleitung abgetrennt werden, verhindert ein integriertes Sicherheitsventil, dass Gas entweichen kann. Steigt der Druck im Tank – zum Beispiel durch die große Hitze, die bei einem Brand entsteht – öffnet sich das Ventil und lässt so viel Gas ab bis die Druckverhältnisse wieder im grünen Bereich sind. Sie sitzen so sicher wie in einem Benziner oder Diesel-Fahrzeug. Nach bestimmten Fristen (je nach Bauart) muss der Autogastank ausgetauscht werden – so kommen Sie auch mit einem älteren Wagen immer bestens an Ihr Ziel." [3].

Der ADAC hat einen Crash-Test durchgeführt mit dem Fazit: "Autogasanlagen sind so konzipiert, das sie den bei einem Unfall auftretenden Kräften standhalten. Dies zeigt auch das reale Unfallgeschehen aus Ländern wie Italien, Frankreich und den Niederlanden, in welchen „Autogas“ seit Jahren zum Verkehrsalltag gehört." [4].

Der Autogas-Tank in diesem Unfall

Beim Autogas-Tank des Fords handelte es sich um einen kreisrunden Reserveradmuldentank oder Unterflurtank. Die Füllmenge liegt zwischen 22 und 95 Liter [4]. Gemäss ADAC ist die Stahlwand eines Autogas-Tanks ca. 3.5 mm stark. Der Betriebsdruck liegt bei maximal 10 bar und der Prüfdruck bei 40 bar.  Der Tank ist mit einem Rohrbruchventil ausgestattet, das bei einer undichten Gasleitung schliesst [2].

Damit ein Tankbersten trotzdem möglich wird, muss entweder das Überdruckventil versagen, die Dimensionierung des Ventils ungenügend oder der Tank muss mechanisch beschädigt gewesen sein.

Gefahrenabschätzung mit MET

Für die Gefahrenabschätzung nehmen wir eine Füllmenge von 50 l LPG und einen Berstdruck von 40 bar an. Mit diesen Angaben ergeben sich folgende Gefahrendistanzen:

Gefahr durch weggeschleuderte Tankteile:60 m
Gefahr durch Hitzestrahlung:15 m

Mit Gefahr durch weggeschleuderte Tankteile ist die Gefahr durch weggeschleuderte Tankteile gemeint, die in 95% der Fälle innerhalb des angegebenen Radius fallen. Mit Gefahr durch Hitzestrahlung sind Verbrennungen 1. Grades auf ungeschützter Haut bezeichnet.

Der weggeschleuderte Gastank
Gefundene Gefahrendistanzen

Der Autogas-Tank wurde in ca. 50 m Entfernung vom Autowrack entfernt gefunden [1]. Die Feuerwehrleute trugen bei der Explosion schwere Verbrennungen im Gesicht davon. Der Feuerwehrmann, der am nächsten beim explodierenden Auto stand, trug eine Atemschutzmaske und erlitt keine Brandverletzungen [2].

Gefahrenpotential von Gastanks

Die Zahl der Auto-Unfälle, bei denen durch einen involvierten Gastank zusätzlichen Schaden angerichtet wurde mag klein sein, trotzdem hat es in der Vergangenheit auch Unfälle mit Gastanks in PKWs gegeben.

Es gilt deshalb zu beachten, dass unter Druck stehende, brennbare Stoffe ein erhebliches Gefahrenpotential darstellen. Dies aus vier Gründen:

  • Versagen die Sicherheitsventile, dann wird eine Befeuerung des Tanks zu einem Anstieg des Innendrucks bis zum Tankbersten führen. Die brennbare Substanz wird dann unter hohem Druck freigesetzt und die Entzündung führt zu einem Feuerball mit einer intensiver Hitzestrahlung.
  • Berstende Tanks führen zu einem Trümmerflug. Selbst Personen in 50 m Entfernung können durch Trümmer tödlich getroffen werden.
  • Das Aufheizen des Tanks bis zum Tankbersten Bedarf einiger Zeit. Das Bersten tritt gerade auch dann auf, wenn die Einsatzkräfte vor Ort sind.
  • Die Einsatzkräfte können in vielen Fällen nicht erkennen, ob ein Fahrzeug mit einem Gastank ausgerüstet ist.
Schlussfolgerungen

Gastanks in Autos können bersten oder explodieren. Bei einem Autogas-Fahrzeug mit Reserveradmuldentank oder Unterflurtank sind Gefahrendistanzen für Verbrennungen 1. Grad von 20 m und Trümmerflug bis 100 m zu beachten. 

Highlights

29.12.2016 16:20

Auswertung Umfrage "Aktivierungs- energie"

finden Sie [hier]




21.12.2016 18:22

MET für Windows Version 6.5

Die wichtigsten Neuerungen [mehr]




11.10.2016 15:46

Die App zu MET: Eine Vorschau

[mehr]




13.05.2016 08:31

Mai Service-Update für MET für Windows 6.0 verfügbar.

[mehr]




31.12.2015 15:49

Auswertung Umfrage "Kaltes Feuer"

finden Sie [hier]




12.11.2015 19:40

Openstreetmap

Version 6 von MET für Windows unterstützt die Verwendung von Openstreetmap-Karten [hier]



###GOOGLE###