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Am 3. März 2006 sind gemäss Polizeibericht bei einem Betrieb in Hedingen im Kanton Zürich aus einem Zisterenwagen beim Abpumpen einige Deziliter Ethylenoxid (EO) ausgelaufen. Ein Gassensor am Hauptventil schloss dieses um 11:00 Uhr automatisch. Die über dem Tankwagen angeschlossene Wassersprinkleranlage wurde ebenfalls automatisch aktiviert. Die Betriebsfeuerwehr wässerte die Umgebung, unterstützt durch die örtliche Feuerwehr und die Stützpunktfeuerwehr Affoltern, zusätzlich.

 

Angaben zum Stoff Ethylenoxid finden Sie hier.

Rechts oben sehen Sie den Gefahrendiamant zu Ethylenoxid. Die Zahlen von 0..4 (0= min. 4=max) drücken die unterschiedlichen Gefahren aus: Es sind Blau = die Gesundheitsgefährdung, Rot = die Brandgefährlichkeit und Gelb = die Reaktionsgefährlichkeit.  


Gefahrenabschätzung mit MET

Wir nehmen für unsere Abschätzung eine ausgelaufene Menge von 0.5 Liter an, die sofort und vollständig verdampft. Mit den aktuellen Wetterdaten vom 3. März ergeben sich folgende Gefahrendistanzen: 




Klick vergrössert die Programmaske

Toxische Wirkung:

Für Personen im Freien: 20 Meter

Für Personen im Schutz eines Hauses: 20 Meter

 

Es gilt zu beachten, dass

die Minimaldistanz, die MET ausgibt ist immer 20 Meter auch wenn diese Programmintern kleiner ist.
die Niederschlagung des Ethylenoxid mit Wasser wurde nicht berücksichtigt.
Ethylenoxid liegt bei der Umgebungstemperatur von ca. 5°C und einem Siedepunkt von 10°C wohl noch als Flüssigkeit vor, jedoch aufgrund des hohen Dampfdruck wird dieses schnell verdampft.  

 

Interpretation

Für die Bevölkerung bestand durch diese kleine ausgetretene Menge Ethylenoxid keine Gefährdung. Die technischen Vorkehrungen mit Gassensor, automatischer Ventilschliessung und Sprinkleranlage haben sich in diesem Fall ausbezahlt.

 


Andere Unfälle mit Ethylenoxid

Am 24. Juni 1997 wurde in Elkhart, Indiana, USA durch eine Explosion von  Ethylenoxid 1 Person getötet und 59 verletzt. Eine Evakuierung von 1.6km Radius um das Werk, das Haarsprays und Deodorands herstellt, wurde angeordnet.
Am 10.6.2002 entgleisten zwei Bahnwagen in Wolfratshausen, Deutschland mit 53 Tonnen Ethylenoxid bzw 20 Tonnen Propylenoxid. Glücklicherweise blieben beide Kesselwagen unbeschädigt.
Am 12.1.2005 kippte ein Tanklastwagen in Deuschland beim Ort Haren auf der A31 mit einem 20 Tonnen  Ethylenoxid um. Eine Evakuierung 400 m um den verunglückten Wagen wurde angeordnet. Es trat glücklicherweise kein Ethylenoxid aus.

 

Eine umfangreiche Zusammenstellung von weiteren Unfällen mit Ethylenoxid finden Sie hier.

 



Letzte Änderung:  22.05.2006 - 17:05

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